Blei, PAK und Asbest im ehemaligen Entsorgungshof gefunden

Eine Bohrprobe wurde aus dem Areal des ehemaligen Entsorgungshofes im April 2019 entnommen.

Kleine Anfragen der Politik bringen endlich Antworten

Die IG Egelsee hat mehrmals beim Gemeinderat angefragt, was die Sondierungen an verschiedenen Stellen des Entsorgungshofes am 25.  April 2019 ergeben haben. Stadtpräsident Alec von Graffenried hat das entsprechende Einsichtsgesuch in die amtlichen Akten nach Art. 30 der Gemeindeordnung  abgelehnt. Nun bringt endlich die  Antwort des Gemeinderates vom 11. März 2020 auf eine Kleine Anfrage der SVP-Fraktion mehr Klarheit: 

 

1. Was ergaben die Proben? Sind Gebäude und der Boden kontaminiert?

Antwort: Bei den Sondierungen im Aussenraum wurden keine Hinweise auf mögliche Belastungen des Untergrundes festgestellt. Eine Gefährdung des Egelsees und des Grundwassers kann ausgeschlossen werden. Unter dem Gebäude wurde eine schwach verschmutzte Auffüllung festgestellt.

 

2. Wenn ja, durch welche Stoffe?

Antwort: Bei der Bauschadstoffuntersuchung des Gebäudes wurden u.a. Verunreinigungen mit Asbest und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) festgestellt. Die Laboranalyse des Gebäudeuntergrunds hat eine geringe Grenzwertüberschreitung bei Blei und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen ergeben. Diese Verunreinigung steht nicht im Zusammenhang mit der Nutzung als Entsorgungshof, sondern ist auf eine Auffüllung mit Schlacke-Fremdstoffen  (vermutlich als Gebäudefundation) zurückzuführen.

 

3. Was sind die konkreten Auswirkungen auf die einzelnen Projekte auf  dem betroffenen Areal?

Antwort: Für das Gebäude und das Areal müssen keine Sofortmassnahmen eingeleitet werden. Altlasten im umweltrechtlichen Sinn liegen nicht vor. Bei allfälligen Bauarbeiten müssten die üblichen abfallrechtlichen Standards eingehalten werden. Bei Sanierungs- der Rückbauarbeiten am Gebäude muss im Rahmen des Baugesuchverfahrens ein entsprechendes Entsorgungskonzept vorgelegt werden. Im Falle eines Rückbaus des Gebäudes mit anschliessendem Aushub muss die künstliche Auffüllung fachgerecht entsorgt werden.

 

Mit einer Spezialmaschine wurden die Bodenproben entnommen.

Zahlreiche PAK sind wie Asbest krebserregend

Die Formulierung Altlasten im umweltrechtlichen Sinne besagt nur, dass die Verunreinigungen ihren Ursprung nicht in der Lagerung von Abfall und Deponien haben. Daran knüpft an, dass diese Verunreinigungen nicht nach Umweltrecht saniert werden müssen. 

Allerdings sind Verunreinigungen festgestellt worden, wahrscheinlich durch den Bau des Fundamentes mit Schlacke. Die Grenzwerte wurden bei Blei und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) überschritten. Zahlreiche PAK sind nachweislich krebserregend. Zudem fordern wir nach wie vor, dass der Gemeinderat die Schlacke im Egelsee untersuchen lässt. Falls diese Schlacke zum Bau des Entsorgungshofes verwendet wurde, hiesse dies im Umkehrschluss, dass der Egelsee mit Blei und PAK belastet ist...

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Kleine Anfrage Teil 1
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